FC Augsburg - 1. FC Kaiserslautern 2-2 (1-1)
Samstag, 28.1.12, 15:30, SGL-Arena Augsburg, 30.028 Fans
1. Bundesliga, 2011/12, 19. Spieltag
Torschützen
1:0 de Jong (5., indirekter Freistoß, Linksschuss)
1:1 Dick (25., Kopfball, Simunek)
1:2 Dick (48., Rechtsschuss, Simunek)
2:2 S. Hain (65., Rechtsschuss, Hosogai)
FC Augsburg
Jentzsch (3) - Verhaegh (3,5),Callsen-Bracker (4,5),S. Langkamp (3) ,de
Jong (3) - Hosogai (4) , Brinkmann (4) - Baier (2,5) ,Oehrl
(3,5),Werner (5) - Mölders (6)
Einwechslungen:
65. S. Hain für Mölders
77. M. Ndjeng für Werner
Reservebank:
Gelios (Tor),Sankoh,Reinhardt,Sinkala,Davids
Trainer: Luhukay
1. FC Kaiserslautern
Trapp (4) - Dick (2), Simunek (3,5), Rodnei (4,5),Bugera (4,5) - Sahan
(4), Tiffert (4),Kirch (5),Fortounis (4)- Swierczok (5) ,Wagner
(3,5)
Einwechslungen:
70. Petsos für Kirch
74. Sukuta-Pasu für Swierczok
85. Jörgensen für Fortounis
Reservebank:
Sippel (Tor),Yahia,Jessen,Derstroff
Trainer: Kurz
Hain erzielt schnellstes Joker-Tor der Saison
Hain braucht nur 20 Sekunden
Im Kampf gegen den Abstieg lieferten sich der FC Augsburg und der 1. FC
Kaiserslautern einen echten Krimi. Die Feldvorteile wechselten oft hin
und her. Während die Hausherren fahrlässig die besten Chancen
ausließen, sorgten bei den Pfälzern zwei Standardsituationen
für Tore. Die Einwechslung von Hain sorgte für das schnellste
Joker-Tor der Saison 2011/12.
Augsburgs Trainer Jos Luhukay stellte seine Startformation
gegenüber der 0:1-Niederlage in Freiburg in der Vorwoche auf einer
Position um. Für Sinkala begann Brinkmann im defensiven
Mittelfeld. Auf seiten des 1. FC Kaiserslautern musste Marco Kurz im
Vergleich zum 0:0 gegen Bremen am 18. Spieltag auf zwei Positionen
umbauen. Kouemaha (Adduktoren-Bündelriss) und de Wit (erkrankt)
fielen aus. Dafür starteten Neueinkauf Wagner und Kirch.
Als beide Teams sich noch in der Findungs-Phase waren, sorgte eine
Standardsituation für die frühe Augsburger Führung. De
Jong hämmerte einen von Werner angetippten indirekten
Freistoß ins rechte untere Eck des Lauterer Tores. Allerdings
agierte dabei die Mauer der Pfälzer unglücklich, so dass
Trapp im Tor völlig überrascht wurde (5.).
In der Folgezeit versuchten die Hausherren nachzulegen und hatten gegen
eine unaufmerksame Abwehr der Pfälzer durchaus Chancen. Im
Abschluss fehlte den Luhukay-Schützlingen aber Konsequenz und oft
auch Glück. Die beste Gelegenheit dieser Phase vergab Werner in
der 14. Minute. Oehrl eroberte gegen drei Lauterer den Ball und legte
an der Strafraumgrenze quer auf seinen Mittelfeldspieler. Werner war
völlig frei, traf aber den Ball nicht richtig, der harmlos
Richtung Tribüne flog.
Auf der Gegenseite taten sich die Gäste schwer, in der
Vorwärtsbewegung wenigstens einen Hauch von Gefahr zu verbreiten.
Im Aufbauspiel wurde behäbig und ungenau agiert. Bälle in
Spitze wurden zu selten versucht und kamen
Eine Standardsituation sorgte in der 25. Minute für eine
grundlegende Änderung. Simunek kam mit dem Kopf an einen
Bugera-Freistoß heran. FCA-Keeper Jentzsch reagierte gegen den
Kopfball aus kurzer Distanz großartig, war aber gegen Dicks
Abstauber machtlos.
In der Folgezeit drehte sich die Partie. Plötzlich hatten die
Augsburger Probleme im Spielaufbau und brachten in der
Vorwärtsbewegung nicht mehr viel zu Stande. Auf der Gegenseite
erhöhten die Pfälzer den Druck und hatten Möglichkeiten
noch vor der Pause in Führung zu gehen. Einen Freistoß von
Dick konnte Jentzsch gerade noch zur Ecke klären (27.).
Die Gäste versäumten es in dieser Phase, gegen verunsichert
wirkende Hausherren nachzulegen, so dass zum Ende des ersten Durchgangs
der FC Augsburg noch einmal aufkam. Allerdings versagten Jos Luhukays
Stürmern die Nerven. Mölders vergab freistehend aus zehn
Metern (40.), Oehrl konnte im letzten Moment von Rodnei abgeblockt
werden (41.), und Werner beförderte einen Distanzschuss über
das Tor von Trapp (43.). Es blieb beim 1:1 zur Halbzeit.
Der 1. FC Kaiserslautern kam wacher aus der Kabine und nutzte sofort
die erste Schläfrigkeit der FCA-Abwehr. Bei einem
Tiffert-Freistoß ließen alle Augsburger den Ball passieren,
den schließlich Simunek am zweiten Pfosten erreichte. Der
Tscheche legte den Ball quer und Dick hatte zentral vor dem Tor keine
Mühe, den Ball über die Linie zu drücken (48.).
Die Gäste versuchten sofort nachzusetzen, Bugera fand mit einem
18-Meter-Freistoß aber in Jentzsch seinen Meister (56.). Vier
Minuten später zog Sahan aus gut 20 Metern ab, hämmerte den
Ball aber nur an die Latte (60.).
Die Augsburger schienen sich danach aber vom Rückstand erholt zu
haben. Wieder war es Mölders, der in der 63. Minute eine
Riesenmöglichkeit hatte. Der Stürmer kam an einen Abpraller
von Torwart Trapp heran und stand mutterseelenallein am Elfmeterpunkt.
Er brachte das Kunststück fertig, den Ball über das leere Tor
zu heben (63.).
Trainer Jos Luhukay hatte daraufhin ein Einsehen mit dem
glücklosen Mölders und wechselte für ihn Hain ein (65.).
Ein Volltreffer, wie sich schnell herausstellte. Kaum lief das Spiel
wieder, kombinierten sich die Hausherren über Brinkmann und
Hosogai in den Sechzehnmeterraum der Lauterer. Dort kam Hain an den Ball und erzielte mit einem Flachschuss 20 Sekunden nach seiner Einwechslung das 2:2.
Damit war die Luhukay-Elf wieder im Spiel und drängte die
Gäste zurück. Glück und Nervenstärke im Abschluss
blieben den Hausherren aber nach wie vor fremd. In der 81. Minute legte
Hain im Strafraum den Ball quer auf den eingewechselten Ndjeng. Doch
auch dem versagten die Nerven. Er schob den Ball an Trapps Tor vorbei.
Der FC Augsburg versuchte in der Schlussphase noch einmal alles, um
einen dreifachen Punktgewinn an Land zu ziehen, doch die Lauterer
hatten ihre Defensive stabilisiert, stemmten sich gegen die anrollenden
Gastgeber und hielten den Laden sauber. Auf der Gegenseite hätte
ein Konter fast noch den Sieg für die Pfälzer gebracht.
Torhüter Jentzsch hielt aber gegen einen Wagner-Kopfball das
Unentschieden mit einer Glanzparade fest (88.). Zudem
hatten die Augsburger in der Nachspielzeit Glück, als Brinkmann
Jörgensen im Strafraum von den Beinen holte, Schiedsrichter
Gräfes Pfeife aber stumm blieb.
Augsburg tritt am kommenden Samstag, 4. Februar um 15.30 Uhr in
Hoffenheim an. Kaiserslautern bestreitet am Sonntag, 5. Februar (17.30
Uhr) sein nächstes Heimspiel gegen den 1.FC Köln.
Gelbe Karten
Augsburg:
de Jong(4. Gelbe Karte), Brinkmann (4.)
K'lautern:
Swierczok (2. Gelbe Karte), Wagner(2.), Fortounis (2.),Jörgensen (1.)
Besondere Vorkommnisse:
FCK-Trainer Kurz wurde wegen Reklamierens auf die Tribüne verwiesen (54.).
Spielnote: 2,5
spielerisch nicht hochklassig, aber sehr kurzweilig mit vielen Torszenen und äußerst spannend.
Chancenverhältnis: 6:4
Eckenverhältnis: 3:4
Schiedsrichter:
Manuel Gräfe (Berlin) Note 5
übersah mit zunehmender Spieldauer erst Kleinigkeiten, später
Entscheidendes: Vor Sahans Lattenschuss entging ihm Tifferts Halten
gegen de Jong (59.). Hätte Jörgensen verwarnen müssen
(taktisches Foul, 87.), verweigerte Lautern einen klaren
Strafstoß (Brinkmann an Jörgensen, 90.+1).
Spieler des Spiels:
Florian Dick
Der Verteidiger zeigte Torriecher sowie Abschlussqualität und erzielte beide Tore.
http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/spieltag/1-bundesliga/2011-12/19/1143454/spielanalyse_fc-augsburg-91_1-fc-kaiserslautern-37.html