Nach der Rückkehr vom Horrortrip aus der Ukraine stand diesmal
eine zivilisierte Fahrt nach Holland auf dem Programm. Da die neun
Plätze im wieder reparierten Bulldogs-Bus für den attraktiven
Gegner FC Utrecht nicht ausreichten, organisierte unser Präsi
einen Stockautobus für die Fahrt. Wie schon frühere
Busfahrten (z.B.: Udinese-Fiorentina oder 1860 München-Stuttgart
mit anschließenden Oktoberfestbesuch) sollte auch diese Fahrt zu
einem vollen Erfolg werden. Neben 45 Veilchen machten sich auch 10
Paletten Bier, 4 Paletten Radler und 6 Karton Eristoff Ice auf den Weg.
Durch die vorhandene buseigene Bar und den fanfreundlichen
Getränkepreisen (großes Bier 1€, Wodka 1,50€)
wurde der Alkohohlvorrat schnell weniger und der Stimmungspegel im Bus
stieg ständig an.
Da uns die Polizei in Utrecht schon erwartete, zogen wir es vor 70
Kilometer vor Utrecht in Arnheim den Nachmittag zu verbringen. Je
näher der Abend rückte desto mehr zwielichtige Gestalten
formierten sich im Lokalviertel. Nach gegenseitigen, vorsichtigen
Abtasten stellte sich heraus, dass der Stadteigene Klub Vitesse Arnheim
zufällig das Lokalderby gegen De Graafschaap hatte, und das
massive Auftreten des Vitesse-Mobs und der berittenen Polizei gar nicht
uns, sondern den gegnerischen Fans von De Graafschaap gegolten hatte.
Nachdem geklärt war, dass wir Bulldogs auf dem Weg zu ihren
Hauptfeinden nach Utrecht waren, luden Sie uns in ihre Stammkneipe ein,
wo Sie uns zu Bier und sonstigen einheimischen Spezialitäten
einluden. Die Einladung zum gemeinsamen Matchbesuch konnten wir aber
nicht annehmen, da wir zeitgleich in Utrecht spielten. Als wir uns
danach auf den Weg zu unserem Bus machten, waren die massiv vor
Ort vertretenen Cops sichtlich irritiert und ratlos. Noch immer
nicht wissend wer wir sind und was wir vorhaben, verfolgte uns die
berittene Polizei bis zu unserem Bus.
Nach einer knappen Stunde Fahrt nach Utrecht wurde unser Bus von einer
wartenden Polizeistreife auf der Autobahn abgefangen und mit Blaulicht
zum hermetisch abgeriegelten Parkplatz der Auswärtsfans
eskortiert. Vom Parkplatz ging es direkt durch einen unterirdischen
Gang in den Auswärtssektor, der bereits mit einigen hundert
Veilchen recht gut gefüllt war. Obwohl der Auswärtssektor
baulich komplett getrennt war, ließ das wunderschöne Stadion
das Herz eines Fussballfans höher schlagen. Neben den
gepflegten und großzügigen WC- und Büffetanlagen
überraschte uns eine warm herabstrahlende Deckenheizung. Aber auch
ohne Heizung wäre es an diesem Dezember-Abend nicht kalt geworden,
da uns die Austria-Spieler gehörig einheizten. Die 600
mitgereisten Austria-Fans feierten bis zum Schluss den historischen 2:1
Auswärtssieg, der zugleich den Aufstieg von der Gruppenphase in
die nächste UEFA-Cup – Runde sicherte. Im Gegensatz zum
vorigen Auswärtsspiel in Dnepropetrovsk bedankten sich die Spieler
nach dem Match vor unserem Sektor und ließen sich von den diesmal
zahlreich erschienenen Austria-Fans feiern.
Auf dem Busparkplatz feierten hunderte Austrianer mit etlichen
Bengalischen, Rauchpulver, Leuchtstiften, etc., die aus
ordertechnischen Gründen nicht ins Stadion mitgenommen werden
konnten, weiter, bis die holländische Polizei die Rückfahrt
frei gab. Die Busflotte wurde von den Cops geschlossen bis zur Autobahn
eskortiert. Obwohl die Meisten von uns bereits die erste Nacht
durchgezecht hatten, ließ keiner Müdigkeit aufkommen und der
restliche Biervorrat wurde bis auf die letzte Dose vernichtet.
Noch während der Heimfahrt erfuhren wir von der
Europacup-Auslosung von unserem nächsten Gegner. Obwohl diese
Autobusfahrt für alle Beteiligten ein voller Erfolg war, wird eine
Busfahrt zu unserem nächsten UEFA-CUP – Gegner Athletic
Bilbao entfernungstechnisch nur schwer möglich sein, aber Zeit und
Gegner werden kommen, um wieder solch grandiose Busfahrten zu
ermöglichen.