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Nürnberg - Frankenstadion
Das Easycredit-Stadion (bis 14. März 2006 Franken-Stadion; Eigenschreibweise easyCredit-Stadion) in Nürnberg ist ein gemischtes
Sportstadion, es ist also ebenso für Fußballspiele geeignet wie für Leichtathletikveranstaltungen. Das Stadion ist Heimstadion
des Fußball-Zweitligisten 1. FC Nürnberg. In direkter Nachbarschaft befinden sich die Arena Nürnberger Versicherung und das
ehemalige Es entstand in seiner ursprünglichen Form in den Jahren 1925 bis 1928 unweit des Dutzendteiches nach Plänen des
Architekten Otto Ernst Schweizer als Städtisches Stadion mit einer Kapazität von 50.000 Zuschauern. Seinen markanten
achteckigen Grundriss hat es seitdem beibehalten. Bei einem Wettbewerb für künstlerische Gestaltung wurde das Stadion als
Bestandteil des umliegenden Naherholungsgeländes 1928 bei den Olympischen Spielen in Amsterdam mit einer Goldmedaille für den
städtebaulichen Entwurf ausgezeichnet.
Tag der Hitlerjugend 1937In der Zeit des Nationalsozialismus wurde das umliegende Areal ab 1933 zum Reichsparteitagsgelände
umgestaltet. In diesem Umfeld fand im Stadion alljährlich während der Reichsparteitage der „Tag der Hitler-Jugend“ statt.
Trotz kleinerer Umbauten, wie beispielsweise zwei Holztürmen auf der Gegengeraden, wirkte der moderne Bau wie ein Fremdkörper
zwischen den an historische Vorbilder angelehnten weiteren Monumentalbauten im Umfeld. Während des Reichsparteitages 1935 hielt
hier
Adolf Hitler die Rede, in der er von der deutschen Jugend forderte,
„[...] flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart
wie Kruppstahl“ zu sein.
Ab 1945 wurde es von der US-Armee als Sportfeld verwendet. Ab 1963 spielte dort auch der 1. FC Nürnberg,
nachdem dieser das eigene, Zabo genannte, Stadion in Zerzabelshof verkauft hatte. Durch den Aufbau von Stahlrohrtribünen
seitlich der Haupttribüne konnte die Kapazität sogar noch erweitert werden. Dennoch war der Zuschauerrekord vom 30. Mai 1971
im Spiel gegen Fortuna Düsseldorf von 75.000 Zuschauern nur möglich, weil das Publikum auch noch auf der Laufbahn Platz fand.
Während der Olympischen Spiele 1972 in München fanden sechs Spiele des Fußballturnieres im Stadion statt.
Nach einem großen Umbau ab 1987, der auch wegen der Katastrophe von Heysel vorgenommen wurde, war es 1991 unter dem
Namen Franken-Stadion mit einer Kapazität von 36.000 Sitz- und 8.833 Stehplätzen (gesamt: 44.833) wiedereröffnet worden.
Während der Bauarbeiten stürzte die noch von 1928 stammende Haupttribüne ein, die eigentlich erhalten bleiben sollte.
Ab 2003 wurde das Stadion für rund 56 Mio. Euro modernisiert, um für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 gerüstet zu sein.
Dafür wurde u. a. das Spielfeld um 1, 5m tiefer gelegt, die Oberränge in den Ecken NW und SW nach oben erweitert,
zwei
zusätzliche Sitzreihen zum Spielfeld hin angebaut, die Bestuhlung von
gelb auf rot umgeändert, verbesserte Zutrittskontrollen
errichtet, eine Fanhall am Max-Morlock-Platz gebaut, neue Kioske rund um das Stadion geschaffen, Logen integriert und ein
zusätzliches VIP-Gebäude errichtet. Seit dem Ende der Umbauarbeiten am 24. April 2005 bietet es 44.308 überdachte
Sitzplätze für internationale Fußballspiele. Im regulären Ligabetrieb verfügt das Stadion über insgesamt 47.500 Plätze,
davon 39.700 Sitzplätze und 7.800 Stehplätze. Es sind auch weiterhin wettkampftüchtige Leichtathletikanlagen vorhanden.
Das Franken-Stadion dient seit 1997 außerdem als Hauptbühne für das Musikfestival Rock im Park. Lediglich nach Beginn der
Umbauarbeiten bzw. während der Aufbauphase für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 war diese Nutzung nicht möglich und die
Konzertbetreiber wichen 2004 auf das nahegelegene Zeppelinfeld und 2006 auf den Volksfestplatz aus. Auch 2007 musste man
wegen des gleichzeitig statt findenden Länderspiels Deutschland – San Marino auf das Zeppelinfeld ausweichen, nachdem
Unstimmigkeiten im Vorfeld beinahe zum Verlust von Rock im Park geführt hatten.
Die erste große Bewährungsprobe nach der letzten Modernisierung hatte das Stadion im Rahmen des Konföderationen-Pokals 2005.
Hier fanden die Vorrundenspiele der Gruppe A Australien – Argentinien (am 18. Juni 2005) und Deutschland – Argentinien
(am 21. Juni 2005) sowie das Halbfinalspiel Deutschland – Brasilien am 25. Juni 2005 statt.
Besondere Bedeutung hatte für die Stadionbetreiber bei den letzten Umbauten vor allem der Umweltschutz. So sammelt
man z. B. das Regenwasser von den Stadiondächern in einer 1000 m³ großen Zisterne und nutzt es als Gießwasser für den
Stadionrasen.
Und neben der Wasserbewirtschaftung setzte man insbesondere auch bei
der Energienutzung und Abfallentsorgung
auf umweltgerechte Konzepte. Das Stadion erfüllt damit die Kriterien für das europäische Umweltmanagementzertifikat für die
kontinuierliche Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes (EMAS). Im Januar 2006 bekam die Nürnberger Sportarena als
erstes europäisches Stadion diese Auszeichnung zugesprochen.
Logo des Easycredit-StadionAm 15. März 2006 folgte man in Nürnberg dem Beispiel anderer Fußballstadien und vergab die
Namensrechte an einen Sponsor. Die in Nürnberg ansässige TeamBank (ehemals Norisbank AG) erwarb für zunächst fünf Jahre
diese Rechte und die Sportarena wurde mit sofortiger Wirkung nach einem Produkt des Kreditinstituts umbenannt. Ausgenommen
davon ist die Fußballweltmeisterschaft 2006, bei der das Stadion als Franken-Stadion geführt wurde. Die Haltestellen des
öffentlichen Nahverkehrs tragen weiterhin den alten Namen.
Teile der Fan-Szene des 1. FC Nürnberg unter Führung der „Ultras Nürnberg“ führten am 1. April 2006 eine Demonstration
gegen den Namen sowie eine symbolische Umbenennung in Max-Morlock-Stadion durch – in Anerkennung der Verdienste von
Max Morlock für den Verein. Die Umbenennung sorgte auch in der Nürnberger Bevölkerung für großen Protest: Die Nürnberger
Tageszeitungen versuchen, das Wort Easycredit-Stadion zu vermeiden, genauso wie die meisten Nürnberger. Es gingen auch
mehrere tausend Leserbriefe ein, die sich über den neuen Namen beschweren.
http://de.wikipedia.org/wiki/Frankenstadion