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Übersicht Stadien
Übersicht Stadien in Deutschland
FC Bayern München
TSV 1860
München
Kapazität
Kapazität national:
69.901 Plätze (alle überdacht)
Sitzplätze:
56.132
Stehplätze: 13.769
Internationale
Spiele: 66.464 Sitzplätze
Die Allianz Arena ist ein Fußballstadion im Norden von
München. In der Allianz Arena bestreiten die beiden Münchner
Fußballvereine FC Bayern München und TSV 1860 München
seit der Saison 2005/2006 ihre Heimspiele. Das Stadion bietet 69.901
Sitz-/Stehplätze (davon sind 13.769 Stehplätze, 2.152
Businessplätze, 1.374 Logenplätze und 165
Rollstuhlplätze). Während der Fußball-Weltmeisterschaft
2006 in Deutschland hieß das Stadion FIFA WM-Stadion München.
Das Stadion liegt am nördlichen Ende des Münchener Stadtteils
Schwabing-Freimann in der Fröttmaninger Heide. Von 20.000
Sitzplätzen (durch den Umbau der Sponsorentribüne auf dem
Unterrang West, wo man die Sponsorensitze durch Standardsitze ersetzt
hat, wurde die Kapazität um etwa 1.000 Plätze erhöht)
werden jeweils etwa 5.200 Sitzplätze im Unterrang der Nord- und
Südkurve durch Hochklappen bei Bundesligaspielen in 6800
Stehplätze umgewandelt. Die dadurch erhaltene höhere
Zuschauerkapazität wurde zunächst dadurch ausgeglichen, dass
diese insgesamt ca. 4000 Plätze an anderen Stellen des Stadions
nicht verkauft wurden. Am 16. Januar 2006 genehmigten die Behörden
die Aufstockung auf 69.901 Plätze, sodass nach Abzug aller Medien-
und Arbeitskarten mit Beginn der Bundesliga-Rückrunde 2005/2006
69.000 Zuschauer bei Liga- und DFB-Pokal-Spielen teilnehmen
können. Die Kapazität bei Champions-League-Spielen bleibt bei
66.000 Sitzplätzen. Alle Plätze sind überdacht, aufgrund
eines Windsoges kann es jedoch passieren, dass Regen auf Teile der
Ränge fällt. In der Winterpause 2005/2006 wurden, um den
Komfort weiter zu steigern, die Eingänge mit Toren versehen,
welche bei Spielen geschlossen sind. Dadurch bläst der Wind
während der Spiele nicht mehr so stark über die
Zuschauerränge.
Das Stadion enthält 106 Logen mit insgesamt 1374 Sitzplätzen.
Des Weiteren gibt es zwei Kindertagesstätten und zwei Fanshops:
den Megastore des FC Bayern München mit 800 m² und den des
TSV 1860 München mit 400 m² Verkaufsfläche. Beide
befinden sich im Inneren des Stadions. Zudem sind an der
Stadionaußenseite rundherum Fan-Kioske in das Stadion
eingelassen. Viele Gastronomiebetriebe verteilen sich auf einer
Fläche von rund 6.500 m². Das dazugehörende
viergeschossige Parkhaus mit Plätzen für rund 9.800 Autos ist
das größte Parkhaus Europas. Das komplette Stadion wird von
einer eigens errichteten Mobilfunkanlage, bestehend aus einem BTS-Hotel
(in diesem befinden sich alle notwendigen Basisstationen der
Netzbetreiber) sowie einem optischen Verteilsystem aus Relaisstationen
und Glasfasern versorgt. Die Anlage ermöglicht den Besuchern auf
GSM900/1800 und UMTS das Telefonieren. Aufgrund ihrer Form wird die
Allianz Arena schon jetzt allgemein Schlauchboot oder Autoreifen
genannt.
Das Dach und die Fassade wurden aus 2760 ETFE-Folienkissen
(Ethylen-Tetrafluorethylen) hergestellt, welche ständig mit
getrockneter Luft aufgeblasen werden und einen Überdruck von 3,5
hPa aufweisen. Die Folie ist 0,2 mm dick. Die Beleuchtung der Kissen
kann für jedes Kissen getrennt wahlweise in Weiß, Blau oder
Rot erfolgen. Vorgesehen ist, das Stadion jeweils in den Farben der
spielenden Heimmannschaft zu beleuchten, wobei weiß bei
Länderspielen verwendet werden soll. Bei Beleuchtungskosten von
nur ca. 50 € pro Stunde wird eine so große Leuchtkraft
erzeugt, dass die Allianz-Arena in klaren Nächten auch noch von
österreichischen Berggipfeln, d. h. aus einer Entfernung von
über 75 Kilometern, deutlich sichtbar ist. Unter dem Dach sind
Rollos angebracht, die während des Spielbetriebes zum Schutz vor
Sonnenlicht geschlossen werden können.
Südlich der Arena schließt sich ein 136 Meter breiter und
543 Meter langer Park an, welcher mit stromlinienförmigen Wegen
angelegt ist. Sie dienen dazu, die Besucher vom U-Bahnhof
Fröttmaning zum Stadion zu führen. Gleichzeitig sollen dabei
die Besucherströme entflochten und gezielt gelenkt werden. Diese
Esplanade beginnt ebenerdig bei der Zwischenebene des U-Bahnhofes,
führt über das Parkhaus und schließt an den Umgang und
die Zuschauerebene des Stadions in acht Meter Höhe an
Bauherr und Eigentümer der Arena ist die 2001 gegründete
Allianz Arena Stadion GmbH. Geschäftsführer ist seit der
sogenannten Stadionaffäre im Jahr 2004 Diplom-Kaufmann Peter
Kerspe. Ursprünglich waren die beiden Fußballvereine an der
Stadiongesellschaft zu jeweils 50 Prozent beteiligt. Die Mieteinnahmen,
die von den beiden Vereinen an die GmbH bezahlt werden, sind für
die Tilgung der Verbindlichkeiten aus dem Stadionbau vorgesehen.
Aufgrund der finanziellen Probleme des Gesellschafters TSV 1860
München mussten diese am 27. April 2006 ihre Anteile für 11
Millionen Euro an den FC Bayern verkaufen, der seitdem alleiniger
Eigner der Stadiongesellschaft und somit der Allianz Arena ist.
Für den TSV 1860 besteht eine Option, die einen Rückkauf der
Anteile bis zum Jahr 2010 vorsieht.
Namensgeber des Stadions ist die Allianz AG, welche sich die
Namensrechte an dem Stadion für 30 Jahre gegen Zahlung von
Sponsorengeldern gesichert hat. Die Baukosten des Stadions betrugen
rund 286 Milllionen Euro (Gesamtkosten inkl. Finanzierungskosten 340
Millionen Euro). Die Finanzierung erfolgte als Projektfinanzierung
über die Eurohypo AG, die Dresdner Bank AG, einen geschlossenen
Fonds der KGAL-Gruppe sowie den FC Bayern München. Darüber
hinaus hat die öffentliche Hand rund 210 Millionen Euro für
Arealerschließung und Infrastruktur gezahlt.
Nach Zuschauerprotesten wurden zur Vermeidung von Zugluft in der
Winterpause der Saison 2005/06 verschließbare Tore eingebaut.
Die Ultras und andere Fangruppierungen protestierten bei einigen
Heimspielen gegen die Bestuhlung und andere fanunfreundliche
Voraussetzungen der Allianz-Arena (unter anderem das Verbot von
Megaphonen und Blockfahnen sowie Beschränkung der
Fahnenstocklänge auf 1 Meter). „20 Minuten Stimmung aus
Designersitzen“ lautete einmal sinngemäß ein Plakat.
Auch das Vorhandensein eines großen Zaunes sowie Fangnetzen vor
der Südkurve (dem FC-Bayern-Fanblock) wird des öfteren neben
anderen Punkten kritisiert.
Diese Proteste hatten schließlich Erfolg. Der FC Bayern
München erkannte, dass die Stimmung in der Allianz-Arena doch weit
unter den Erwartungen geblieben war und entschied sich auf Drängen
der Fanvertreter dazu, die Blöcke 112 und 113 zur Saison 2006/07
in reine Stehplatzblöcke umzuwandeln, lediglich bei
internationalen Spielen sollen diese Sitze gemäß
UEFA-Auflagen noch vorhanden sein. Mit diesem Schritt erhofft sich der
Verein sowie die Fanszene des FC Bayern eine Verbesserung der Stimmung
in der Allianz-Arena.
Aufgrund der finanziellen Situation des FC Bayern München und der
starken Kommerzialisierung, die die Ablehnung der Ultrà-Bewegung
auf sich zieht, wird die Arena von anderen Fangruppierungen auch oft
Arroganz-Arena genannt.
Am 21. Oktober 2001 fand zum Bau des Stadions ein Bürgerentscheid
statt, der die Frage klären sollte, ob ein neues Stadion an dieser
Stelle gebaut werden soll und die Stadt die notwendige Infrastruktur
erstellen soll. Diese Abstimmung ging mit etwa 2/3 der Stimmen zu
Gunsten eines Neubaus aus. Ein Umbau des Olympiastadions war zuvor von
dessen Architekten Günter Behnisch abgelehnt worden. Daraufhin gab
es einen Architekten-Wettbewerb, in dem aus ursprünglich acht
Modellen zwei Entwürfe zur Abstimmung standen.[1]
Allianz-Arena im Bau (August 2004)Die Schweizer Architekten Herzog
& de Meuron erhielten den Zuschlag und entwickelten daraufhin das
Konzept- welches mit dem St. Jakob-Park in Basel vergleichbar ist -
eines Stadions mit einer durchsichtigen Umhüllung aus
ETFE-Folienkissen, die von innen beleuchtet werden kann und
selbstreinigend ist. Mit dem Bau des Stadions wurde im Herbst 2002
begonnen, Grundsteinlegung war am 21. Oktober 2002. Ende April 2005
waren die Bauarbeiten beendet.
Die U-Bahnhöfe Fröttmaning und Marienplatz der Linie U6
wurden im Zuge des Stadionausbaus erweitert. Der Bahnhof
Fröttmaning wurde nach Norden versetzt und von zwei auf vier
Gleise ausgebaut und der Bahnhof Marienplatz wurde mit
zusätzlichen Fußgängertunnels entlang des U-Bahnsteigs
hin zur S-Bahn versehen. Die A 9 wurde zum Teil auf sechs
beziehungsweise acht Fahrstreifen ausgebaut und die A 99 erhielt einen
Halbanschluss nördlich der Arena.
Seit März 2004 beschäftigt eine Korruptionsaffäre die Fußballwelt und die Justiz.
Am 9. März 2004 wurden Karl-Heinz Wildmoser senior, Präsident
des TSV 1860 München, sein Sohn und zwei weitere Beschuldigte
wegen des Verdachts der Untreue und Bestechlichkeit bei der
Ausschreibung des Projektes verhaftet. Am 12. März 2004 wurde der
Haftbefehl gegen Wildmoser senior gegen Auflagen ausgesetzt. Drei Tage
später erklärte er seinen Rücktritt vom
Präsidentenamt. Das gegen ihn gerichtete Ermittlungsverfahren
wurde am 18. Mai mangels eines ausreichenden Tatnachweises eingestellt.
Sein Sohn Karl-Heinz Wildmoser junior blieb in Haft. Es kam im August
2004 zur Anklage wegen Untreue, Bestechlichkeit im geschäftlichen
Verkehr und Steuerhinterziehung. Der Auftrag zum Bau der Arena an den
österreichischen Baukonzern Alpine soll zu „einem deutlich
überhöhten Preis“ vergeben worden sein, weil Wildmoser
junior Alpine Informationen über die Ausschreibungsunterlagen der
Mitbewerber verschafft und dafür ein Honorar von 2,8 Millionen
Euro erhalten haben soll. Er wurde rechtskräftig wegen
Bestechlichkeit und Untreue zu viereinhalb Jahren Freiheitsstrafe
verurteilt. Der Bundesgerichtshof verwarf im August 2006 die Revision
gegen das erstinstanzliche Urteil des Landgerichts München I.
Dieses Fußballstadion wurde am 30. Mai 2005 mit einem
Freundschaftsspiel zwischen dem TSV 1860 München und dem 1. FC
Nürnberg eröffnet. Am darauffolgenden Tag spielte der
deutsche Rekordmeister Bayern München gegen die deutsche
Nationalmannschaft. Beide Spiele waren schon seit Anfang März 2005
mit 66.000 Zuschauern ausverkauft. Das erste offizielle Tor erzielte
Patrick Milchraum für den TSV 1860.
Aufgrund der hohen Nachfrage fand am 2. Juni das so genannte „1.
Arena-Derby“ zwischen den Bayern und den „Löwen“
statt. Dieses Spiel gewann der TSV 1860 München durch ein Tor von
Paul Agostino mit 1:0.
Am 19. Mai 2005 fand bereits ein Testspiel der Alt-Herren-Mannschaften
des FC Bayern München und des TSV 1860 München statt, bei dem
mit etwa 30.000 Zuschauern alle Funktionen des Stadions ausgiebig
getestet werden sollten. In diesem Spiel erzielte Peter Pacult für
den TSV 1860 das erste inoffizielle Tor im neuen Stadion. Das 1. Spiel
endete mit 3:2 für 1860. Das 2. Spiel war 1860 gegen 1.FC
Nürnberg. Es endete mit 3:2 für die Löwen (TSV 1860).
Diese Tatsache machten sich seitdem die 1860er-Fans gegen die Fans des
FC Bayern zum Beispiel so zunutze: „Nicht vergessen, Bayern: Wir
waren zuerst hier“ (Aufdruck von T-Shirts und Transparenten).
Das erste Pflichtspieltor erzielte Roy Makaay vom FC Bayern bei der
1:2-Niederlage im Ligapokal 2005 gegen VfB Stuttgart am 26. Juli 2005.
Das erste Bundesligator erzielte Owen Hargreaves vom FC Bayern beim 3:0
im Eröffnungsspiel der Bundesligasaison 2005/2006 gegen Borussia
Mönchengladbach am 5. August 2005.
Der erste Ligasieg einer Gastmannschaft gelang Dynamo Dresden am 9.
September 2005 in der Zweitliga-Partie gegen den TSV 1860 München.
Das Spiel endete vor 66.000 Zuschauern (davon etwa 17.000 Fans von
Dynamo) mit 2:1 für die Sachsen.
Des Weiteren stellte der FC Bayern in der Allianz Arena am 24. Spieltag
der Saison 2005/06 einen neuen Rekord auf, denn im zwölften
Heimspiel des FC Bayern war das Stadion zum zwölften Mal
ausverkauft. In diesem Spiel verloren die Bayern erstmals in der Arena
mit 1:2 gegen den HSV.
Sämtliche Gastronomiebereiche der Allianz-Arena (Business Club,
Sponsoren Lounges, VIP Logen, Kioske, Fan Treffs, a la Carte
Restaurants sowie Presse Club) werden von Arena One betrieben. Neben
den Gastronomiebereichen betreibt Arena One als Full Service Provider
auch das Besuchermanagement, das Eventmanagement und das Facility
Management. Arena One ist eine zunächst ausschließlich
für die Allianz-Arena gegründete Tochtergesellschaft von E.ON
Facility Management, die wiederum ihrerseits vollständig dem
Energieriesen E.ON AG gehört.
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