









| Bericht der Tour Also
Donnerstagabend aus Barcelona gekommen und am Freitag weckte mich schon um 6 Uhr
mein Handy. Abermals ging es per Flugzeug ins Ausland. Diesmal nach Düsseldorf.
Irgendwann am Vormittag kam ich dort an. Weil ich noch genug Zeit hatte, fuhr
ich zur Düsseldorfer Multifunktionsarena. Zur Zeit auch bekannt als LTU Arena.
Schon bei der Landung in Düsseldorf konnte ich die Arena wunderbar erkennen. Von
der mehrgleisigen Stadtbahnstation „Messe-Arena“ sind es nur wenige Schritte zum
Stadion. Leider konnte ich das Stadion nur von Außen betrachten. Das reichte
aber, um sich für die heimischen Stadien wieder zu schämen. Bedenkt man, dass
diese Arena die Heimstätte von Fortuna Düsseldorf ist (3. Liga!) und kein WM
2006 Stadion war. Bäume standen unmittelbar neben der Arena. Die stören hier
nicht wie in Wien II. Beim Empfang saß ein Wachmann, bei dem ich mich
erkundigte, ob es möglich wäre, Fotos von Innen zu schießen. Leider keine
Chance. Er gab mir aber den Tipp mit der Düsseldorfer Touristeninformation. Die
veranstalten Rundgänge durchs Stadion. Auf diesen Tipp verzichtete ich dann und
holte mit in der Düsseldorfer Altstadt beim Rhein Ufer und herrlichem
Sonnenschein ein Altbier.
Mit der Bahn ging es weiter nach Köln. Am Hauptbahnhof verstaute ich mein Gepäck im Schließfach und drehte eine Runde um den Weihnachtsmarkt beim Kölner Dom. Weil Umbauarbeiten am Kölner Hbf waren, wurde die U-Bahn anders geführt. Das war der Grund, warum ich ahnungslos in Köln herumfuhr. Irgendwie kam ich dann in einer überfüllten U-Bahn zum Stadion. Die Eintrittskarte hatte ich schon Wochen davor im Internet gekauft. Eine Runde ums Stadion, welches auch Austragungsort der WM 2006 war und was sah ich da? Bäume, die nicht gefällt wurden. Auch hier ein Gegenbeispiel zu Wien Leopoldstadt. Ticket- und Personenkontrolle und ich war schon drin. Ältere Personen wurden von der Personenkontrolle ausgeschlossen. Find ich positiv, denn eine 70. jährige Dame nimmt nun mal kein Messer oder pyrotechnische Materialien mit in das Stadion. Aber so etwas kann man bei uns in Österreich noch nicht verstehen. Mit meiner Platzwahl war ich leider nicht zufrieden. Ich hatte zwar den 1. Platz in einer Reihe, aber weil der Block gleich am Anderen grenzte, war kein Abgang dazwischen. Ich entschloss mich das Spiel ganz obern stehend zu verfolgen. Die Ultraszene aus Köln, die Wilde Horde `96, feierte an diesem Abend ihr 10 jähriges Bestehen. Mit dem Spruchband „Die heutige Kurvenshow nur für uns und nicht für euch Vers.“ wurden die Spieler beim Einlaufen für das Aufwärmprogramm, begrüßt. Als sich dann die Spieler beider Teams am Rasen zur Seitenwahl versammelten, zeigte die „Wilde Horde 96“ den Hauptteil der Geburtstagschoreografie. Ein Spruchband mit „10 Jahre Wilde Horde – Bereit für neue Missionen“, dahinter eine Überrollfahne und auf den Seiten rot und weiße Fahnen. Bevor das Spiel begann, ertönte aus dem Lautsprecher das Lied „Viva Colonia“. Es motivierte zum mitkreischen. Nach dem Anpfiff blieben im ganzen Stadion sicher 2.000 Plätze frei. Immerhin waren knapp 50.000 gekommen um das Spiel 9. – 4., Köln gegen Kaiserslautern, zu sehen. Ob auch der Ex-Trainer von Austria Wien, Christoph Daum, trotz Absage der Weihnachtsfeier, etwas an der Euphorie beitrug? Köln begann in der 1. Halbzeit druckvoll und zeigte somit, dass man im Aufstiegskampf noch ein Wörtchen mitreden möchte. Nach einer ¼ Stunde kamen die Geißböcke durch ein Eigentor gegen die harmlosen Gäste mit 1-0 in Front. Total verdient, keine Frage. Stimmung war okay, hätte vielleicht ein wenig besser sein können. Kleine Unruhen mit ca. 40 Man gab es im Sektor von Kaiserslautern. Christoph Daum wurde öfters lautstark gesungen. Immer wieder zeigte die Südkurve Spruchbänder. Wie zb: „110 + 112 Danke für nichts!“. In der 36. Minute traf Köln zum 2-0. Dieser sichere Spielstand konnte ohne Probleme bis zur Pause gehalten werden. Vor Beginn der 2. Hz kam der 2. Teil der Geburtstagschoreographie. Diesmal wurde eine kleiner Überrollfahne über die Südkurve gespannt. Daneben gab es rote Zetteln. Die Äußeren Sektoren zeigten weiße Zetteln in die Luft. Mit dem Spruchband „10 Jahre Wilde Horde – Ein Teil einer großen Südkurve“ wurde dieser Teil vervollständigt. Die ersten 10. Minuten in der 2. Halbzeit glichen dem 1. Durchgang. Danach nahmen die Gäste das Ruder in die Hand und waren die Macht am Feld. Von der guten 1. Halbzeit war bei den Kölner überhaupt nichts mehr zu sehen. In der 60. Minute konnten die Teufeln aus Kaiserslautern den Anschlusstreffer schießen. Köln wurde ab nun noch unsicherer, Fehlpässe, verlorene Zweikämpfe und mangelnder Wille, brachten die Köln Fans zum kochen. Sie pfiffen ihre Spieler aus und sangen „Wir ham` die Schnauze voll...“. Kaiserslautern war dem Ausgleich näher als Köln dem 3-1. Hoffnung kam für die Kölner in der 65. Minute auf. Gelbrot für Karadas. Das war den Lauterern nicht Recht und es kam zu einer Rudelbildung. Das Ganze geschah binnen weniger Sekunden. Der Lauterer Borbely sah auch gleich Gelbrot. Was er genau getan hatte, konnte ich nicht sehen. Es ging 11 – 9 weiter. Der Spielverlauf änderte sich aber nicht. Die Pfiffe der Heimfans wurden immer lauter. Trotz Numerischerüberlegenheit brachten die Kölner gar nichts zusammen. In der 83. Minute wurden aus den Pfiffen, Jubelrufe. Hohnjubelrufe, denn Kaiserlautern hatte mit 9 Mann den Ausgleich völlig verdient gemacht. Die 2 Gelbroten Karten für die Kölner in den Minuten 85 und 89 waren danach nicht mehr so wichtig. Die erleichterten Lautern Spieler feierten nach dem Schlusspfiff mit ihrer Kurve die „UMBA“. ca. 51.000 Fans, 4 Tore, 4 Ausschlüsse, das Spiel trotzt (2fachem) Torrückstand mit 9 Mann noch zum „X“ gemacht, es war ein toller Einstand für meine Deutschland Tour 2006. Nachdem Spiel erfuhr ich durch Print Medien, dass der 1. FC Köln für 399 € ein Angebot für die Fans ins Trainingslager in La Manga, an der feinen Costa Calida machte. Einziger Hacken: Die Trainingseinheiten würde alle unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Da würde sich eine Reise nach Spanien glatt lohnen. Ich holte meinen Rucksack vom Bahnhof und fuhr mit einem Nachtzug nach Berlin Zoo. Erst dort verließen die letzten Köln Fans den Zug! Das sind andere Strecken für ein Heimspiel! Wahnsinn und Respekt! In der deutschen Hauptstadt kam ich nach dann um 4 Uhr Morgens an und fuhr über dem neuen modernen Hauptbahnhof die Strecke zurück. Aber nur bis Bielefeld. So konnte ich die 1 Nacht im Zug verbringen und sparte Geld. In Bielefeld fuhr ich zu Jugendherberge. Dort war ein Bett für mich, für magere 26 € inklusive Frühstück, frei. Die Jugendherberge war sicher keine 3 Jahre alt. Alles sauber, schön und modern. Ein Ort zum Wohlfühlen. Der Preis hat auch gestimmt. Den Rest des Vormittags verbrachte ich im Schlaf. Gut 2 Stunden vor Spielbeginn machte ich mich zum Stadion auf. Weil in das Bielefelder Stadion nur 26.601 Fans passen, bestellte ich auch hier schon die Tickets im Internet. Leider schickt Arminia Bielefeld die Karten nicht ins Ausland. Wo meine Karte hinterlegt war, hatte ich vergessen. Also suchte ich eine Kassa, die auf hinterlegte Karten hinwies. So eine Kassa fand ich aber nicht. Die Straßen rund um das Stadion und die angrenzenden Wohnblöcke waren mit den Fans beider Lager gefüllt. Um mir die Sache leichter zu machen, fragte ich einen Ordner, wo die Karte hinterlegt sein könnte. Der schickte mich irgendwohin. Weil eine reibungslose Orientierung bei diesem scheiß Regenwetter nicht wirklich möglich war, fragte ich fast jeden Ordner. Einer hatte kein Ahnung und die Anderen schickten mich mal da und mal dort hin. Das ging sicher eine Stunde so. Regen, schlammige Wege, eine Karte bei der ich nicht wusste wo sie lag, Ordner die mich im Kreis schickten und nicht mehr viel Zeit bis zum Ankick, sorgten für gereizte Nerven bei mir. Kurz vor Spielbeginn, als die Masse schon im Stadion war, fand ich eine offene Kassa. Die nette Dame im Häuschen schickte mich aber wie ihre Kollegen irgendwohin. Wieder ein Spaziergang durch das Wohnviertel. 5 Minuten vor Spielbeginn hatte ich noch immer die Hoffnung, das Ticket doch noch zu finden. Ich ging zu einem Ordner, bei dem ich noch nicht war. Er stand im Stadion direkt bei einem Gittertor. Darauf hing eine kleine Box. Siehe da, meine Karte lag drinnen. Obwohl sie wegen der Kreditkartenbezahlung auf dem Namen meines Vaters lautete, bekam ich sie gegen Vorlage meines Reisepasses mit den Worten „Na hatt ja alles prima geklappt!“. Zeit zum Aufregen hatte ich keine. Mehr als eine Stunde im Kreis geschickt worden und nirgendwo war angeschrieben, wo ich die Karten bekommen könnte. Wenn das prima ist! Aber jetzt schnell ins Stadion, denn Zeit war schon Mangelware. Ich hatte eine Stehplatzkarte für den Sektor 3. Der war aber schon überfüllt und ich musste in den Nebensektor ausweichen. Dort stauten sich auch schon die Fans fast übereinander. Platz hatte ich fast keinen. Rechts konnte ich die Fans nicht einfach wegstoßen und links war eine Ordnerin, die darauf achtete, dass keiner im gelben Sicherheitsbereich, der ein Fluchtweg war, herum stand. 15.30 war im mit 26.601 Fans ausverkauften Stadion, Anpfiff. Höchst motiviert waren die DSC Fans. Super Stimmung erzeugten sie. Die Singing Aera war im oberen Rang, so konnte die Stimmung sehr gut auf den ersten Rang übertragen werden. Bemerkenswert waren die ununterbrochenen 20 Minuten mit dem Lied „deutscher Sportklub ale...“ Sehr viel hörte man auf der Gegenseite aus Gelsenkirchen nicht. Vor dem Spiel zeigten die königsblauen Fans ein Spruchband mit „Wir sind Schalker aus Leidenschaft“. Dass Schalke um den Herbstmeistertitel mitspielte, merkte ich in diesem Spiel überhaupt nicht. Der vom Tabellenplatz her klare Außenseiter Bielefeld, war stark feldüberlegen. Leider konnten sie kein Tor erzielen. Verdient hätten sie sich’s alle male. Bielefeld spielte mit Schalke wie und was sie nur wollten. Zählbares schaute in der 1. Halbzeit für keine der beiden Teams raus. In der Pause schaute ich mir das Stadion von Innen an, nachdem ich es ja vor dem Spiel genügend von Außen gesehen hatte. Was man da alles sah. Paletten lehnten an Mauern und unbefestigte Heurigengarnituren standen vor den Kantinen herum. Die zweiten 45 Minuten waren auch in der Hand von Bielefeld. Leider gerieten sie mit 1-0 in den Rückstand. Den DSC Fans störte das nicht. Sie sangen weiter und forderten den Ausgleich. Leider konnten sie den Ausgleich nicht bejubeln. Die Gäste aus Gelsenkirchen gewannen mit 1-0 und konnten über Nacht die Tabellenführung von Werder Bremen übernehmen. Am Hauptbahnhof stieß ich unter den Fans aus Gelsenkirchen auf 3 Groundhopper aus der Steiermark. Sie versorgten mich mit Bier und erzählten mir, dass sie morgen nach Dortmund fahren würden, um das Spiel Borussia Dortmund gegen Bayer Leverkusen zu sehen. Auch für mich war dieses Spiel Ursprünglich in der engeren Auswahl und kam dann aber doch nicht zum Zug, weil ich schon mit der Austria im Jahre `03 im Westfahlen Stadion war. Die Nacht verbrachte ich in der Jugendherberge. Am Sonntagvormittag musste ich per ICE nach Essen. Während der Fahrt kam mir die Idee, es doch zu versuchen, an diesem Sonntag 2 Spiele zu sehen. Ich stieg in Dortmund aus, checkten den Weg vom Hbf zum Stadion und kam zum Ergebnis, dass sich dieses Spiel ausgehen würde, wenn ich in Essen einige Minuten vor Spielende abtanke. Meinen Rucksack versperrte ich in einem Schließfach, genau neben der Kneipe, in der wir 2003 viel Zeit verbrachten. Danach fuhr ich weiter nach Essen. Um 14 Uhr stand das erstes Sonntagspiel auf dem Programm, RW Essen gegen MSV Duisburg. Im Stadion mit 3 Tribünen versammelten sich um die 17.000 Fans. Gut 4.000 waren aus Duisburg angereist. Sie hatten 2 Sektoren. Die Stimmungsmacher auf meiner rechten Seite und die Sitzer auf der linken Seite. Das Spiel in der 2. Liga hatte der MSV total im Griff. Was zu folge hatte, dass sie auch mit 1-0 in Führung gingen. Die Auswärtsfans wussten das ordentlich zu feiern und zündeten einiges an Rauch, was dem Schiedsrichter natürlich nicht passte. Er unterbrach das Spiel, forderte den Spielführer aus Duisburg (die Kapitänsschleife hatte der Torhüter) auf, die Fans zurückzuhalten. Also lief der Tormann über das halbe Feld uns redete auf die Fans ein. In der 2. Halbzeit konnte RWE den Ausgleich machen. Leider konnte ich das Spiel nicht bis zum Schlusspfiff verfolgen, weil ich schon im Taxi zum Bahnhof saß. So versäumte ich den Auswärtssieg von Duisburg mit 2-1. Am Hbf von Essen hatte ich noch das Glück dass alle Züge Richtung Westen Verspätungen hatten. Ein wenig stand ich schon unter Zeitdruck. Beim Stadion angekommen, ging ich Planlos zur Nordtribüne. Ich war auf der Suche nach einer Kassa. Bevor ich die fand, hatte ich schon den ersten Schwarzmarkthändler neben mir stehen. Für eine Jugendkarte im Wert von 7,50 € wollte er tatsächlich 20 Euro haben. Nach langem hin und her bekam ich die Karte für 10 Euro. Das Spiel wurde in diesem Moment angepfiffen. Weil alles so schön war, war die Karte für die Süd. Also musste ich eine halbe Runde um das Westfahlen Stadion machen. Hinter der West eilte ich im Laufschritt zur Dortmunder Fantribüne. Die Karte hatte ich in der Hand, aber beim Eingang war keine Person, die meine Karte oder meine Person kontrollieren konnte. Die Karte war mehr oder weniger umsonst gekauft. Ich finde das schon arg, keine Kontrollen und das nur wenige Monaten nach der hochgelobten WM! Keine 4 Minuten waren gespielt, als ich auf der Tribüne war. Platz fand ich auf der überfüllten Tribüne keinen. Wäre ja ein Wunder, wenn Fans ohne Kartenkontrolle ins Stadion kommen und dann noch Plätze frei wären. Man braucht sich überhaupt nicht wundern, wenn gerade in diesem Stadion, mit diesem Sicherheitssystem, eine Katastrophe wie Hillsborough passiert. Auch dort waren damals die nichtvorhandenen Ticketkontrollen der Auslöser für die vielen Toten. Aber lassen wir das mal bei Seite. Wird schon nichts passieren. Ich positionierte mich hinter der Eckfahne Süd/Ost. Stimmung hatte ich in Dortmund schon mal besser erlebt. Die Stummheit der Borussen Fans, lag an der aktuellen Tabellensituation ihrer Mannschaft. Als Protest wurden Transparente verkehrt aufgehängt und teilweise auf die lautstarke Unterstützung verzichtet. So richtig ihren Unmut machten die Dortmund Fans nach dem 1-0 der Gäste aus Leverkusen bekannt. Sie fingen an Lieder zu singen, die der eigenen Elf als Verhöhnung galten. Wie zum Beispiel „und ihr wollt Borussen sein?“, „Auswärtssieg!“, „So ein Tag, so wunderschön wie heute...“, „einer geht noch, einer geht noch rein...“ und „deutscher Meister ist nur der BVB!“. Auch das bekannte Lied aus Wien Favoriten, „Wir ham die Schnauze voll...“ wurde öfters geträllert. Dass die eigenen Spieler bei jedem Ballkontakt gnadenlos ausgepfiffen wurden, ergibt sich von selbst. Mit 1-0 ging es in die Pause. Ich schaute mich die 15 Minuten im Stadion um. Ich wollte gerade auf die Süd zurück, als gerade ein Mob mit sicher 200 Fans auf die Haupttribüne zusteuerte. Es handelte sich um Leute von den BVB Ultras. Ich schloss mich den Mob an und konnte das Ziel ihrer Aktion hautnah mitverfolgen. Sie marschierten zur Trainerbank und forderten mit Gesängen den Rücktritt ihres Trainers. Diese Aktion ist total verständlich, da der BVB ein Weltverein ist und sicher nichts an der 9. Stelle der Bundesliga verloren hat. Leider sahen dass die Männchen in Grün nicht so und schritten ein. Auch ich wurde als „Übeltäter“ behandelt. Nach diesem Aufreger, der am nächsten Tag in vielen deutschen Zeitungen abgedruckt war, ging ich zu meinem Platz zurück. Die Missstimmung der Dortmund Fans wurde immer lauter. Überhaupt als Leverkusen das 2-0 schoss. Das Einzige was den gelben Fans heute passte, war der Zwischenstand aus Bremen. Werder führte und würde mit einem Sieg über Wolfsburg, Herbstmeister werden und somit Schalke vom Sonnenplatz verdrängen. Es hallte von der Süd sogar „Werder Bremen“ Anfeuerungen, um den Hass auf Schalke zu zeigen. Den 2-1 Anschlusstreffer pfiffen die eigenen Fans sogar aus. Nach etwas mehr als 90 Minuten hatte der Schiedsrichter genug von diesem Spiel und pfiff ab. Die Sieger Elf aus Leverkusen versammelten sich bei ihren Fans. Die Dortmunder eilten in die Kabine. Die Borussia Fans sangen ihrer Mannschaft „kommt, kommt, kommt,...“ hinterher, doch bis auf einem Spieler, der sich bis zum Zaun traute waren alle gelben Kicker weg. Die Leverkusner waren mit ihrer Siegesfeier fertig und wurden auch von den Dortmund Fans mit „kommt, kommt, kommt...“ Geschrei zum feiern eingeladen. Sie nahmen die Einladung an und verabschiedeten sich von der Süd mit grandiosen Applaus. Ich musste zum Hauptbahnhof (na klar - Rucksack!) um in den Zug nach (eh wie immer) Berlin, zu erwischen. Wie schon gewohnt nahm ich von dort den Nachtzug weiter. Diesmal ging es Richtung Süden. Für diesen reservierungspflichtigen Zug hatte ich natürlich nicht reserviert. Für was auch. Ich wunderte mich also nicht, als die nette Schaffnerin mir erklärte, dass ich die Nacht bis München am Gang verbringen muss, da alle Plätze vergeben waren! Alle? Ein betrunkener Fahrgast ohne Fahrticket, musste das Rollstuhlabteil für 2 weibliche Rücksackreisende frei machen. Da in diesem Abteil noch genug Platz am Boden war, setzte ich meinen Charme ein und bat um einen Schlafplatz am Boden. Den bekam ich dann auch. Die 2 Rücksackmädls stiegen in Fulda aus und ab da gehörte das Abteil mir alleine. Keine Fahrscheinkontrolle und einige Euro an Reservierungskosten gespart und dennoch die Nacht im Schlaf verbringen können. Kurz vor der Ankunft in München wurde ich noch von der Schaffnerin geweckt. Der erste Blick vom Fenster senkte meine Stimmung. Die Umgebung von München war leicht verschneit. Mein Plan war eines der Münchner Hallenbäder zu besuchen und dort den Tag zu verbringen. Da es aber so kalt war und ich schon unzählige male in der Bayrischen Hauptstadt war, wollte ich einfach nicht in München bleiben. Mit dem „Domino Ticket“ hatte ich die Möglichkeit, wahllos in einen Zug zu steigen und in eine andere Stadt zu fahren. Als erstes fiel mir Stuttgart ein. Zu weit durfte die Stadt nicht weg sein, aber Stuttgart war dann doch zu nahe, also nahm ich den nächsten ICE nach Hessen. Nach zirka 3 Stunden Zugfahrt erreichte ich Frankfurt. Jetzt stellte ich mir die Frage, was nun? Bankenviertel oder doch lieber das Puffviertel? Ich entschied mich, wie könnte es anders sein, für das Stadion. Dorthin fuhr ich auch mit der S-Bahn, spazierte durch den Wald, bis ich beim Stadion ankam. Zuerst betrachtete ich das Waldstadion von außen, dann fand ich auch noch einen Wegen in das Stadioninnere. Bis auf das Spielfeld konnte ich ohne Hindernisse vordringen. Wenige Minuten verbrachte ich dort, ehe es wieder nach München ging. So gesagt war ich nur wegen dem Stadionbesuch in Frankfurt. In München war es noch immer kalt. Aber diesmal hatte ich keine andere Wahl. Die gewohnte Tat: Rucksack in das Schließfach am Bahnhof und weiter nach Fröttmaning. Die Mitgereisten Aue Fans unterhielten die Zivilisten recht ordentlich. Lieder wie „Trotz Hartz IV sind wir alle hier!“ oder „Wenn bei Danzig die...“ hörte man im Wagon er Münchner Linien. Einige Fahrgäste konnten sich mit den Veilchen aus dem Erzgebirge nicht anfreunden und forderten mehr Polizeischutz. Ist doch eine Katastrophe – Fußballfans die singen, nein, so etwas geht ja wohl überhaupt nicht. Weil das Spiel in München das DSF Live Spiel war, konnte ich an diesem Montag nur das Spiel TSV 1860 vs. Aue ansehen. Die Allianz Arena besuchte ich schon knapp ein Jahr davor. Also in dieser Hinsicht nichts neues und mein 12. Spiel in München. Ankickzeit ist bei diesen Livespielen eh immer die gleiche. Die Löwen Fans zeigten zu Beginn mit Spruchbändern im ganzen Stadion, ihre Meinung zu Stadionverbote und sonstige Meinungsverschiedenheiten zwischen den Fans und Vorstand. Anfangs sorgten die geschätzten 3.000 Aue für ordentliche Stimmung. Das 1. Tor für die Löwen in der 6. Minute brachte die Fans aus Aue nicht zur Beruhigung. Die Heimfans wurde wacher und überhaupt konnte ich, im Vergleich zu den anderen Spielen, bei denen ich die 60ger gesehen habe, schon eine Verbesserung der Lieder und der Lautstärke bei den Löwenfans verzeichnen. In der 22. Minute stellte Vucicevic zum 2-0 um. Verdient, denn Aue war heute nicht in Bestform. Kurz vor der Pause machte Vucicevic sein 2. Tor. Mit einem zufriedenen 3-0 gingen die Löwen in die Kabine. Walter Schachner hat es sicher gefreut. In der 2. Halbzeit gingen es die Münchner lockerer an. Aue konnte dennoch kein Kapital daraus schlagen. Für den Endstand von 4-0 sorgte (na wer wohl?) Vucicevic mit seinem 3. Tor an diesem Abend. Ein schönes 2. Ligaspiel mit 4 Toren, wobei aber sicher Tor 2 und 4 mehr als bundesligareif waren. Ich musste mit dem Schlusspfiff die WM Arena verlassen, da ich nicht viel Zeit hatte, bis mein Zug zum Flughafen nach Frankfurt fahren würde. Die U-Bahn bei der Stadionstation brauchte einiges an Zeit, bis sie los rollte. So versäumte ich um etwa 3 Minuten den letzten Zug vom Hauptbahnhof nach Frankfurt. Ärgerlich, aber ich war auf diese Aktion vorbereitet und hatte den nächsten Zug um 3 Uhr Nachts in Planung. Jetzt waren fast 5 Stunden "Zeittotschlagen" angesagt. Hätte ich schon beim Flugbuchen im August 06 gewusst, dass das letzte Spiel in München seien würde, wäre ich mit der Bahn heimgefahren. Da aber eine Stornierung des Fluges und dann noch das Zugticket zu teuer gewesen wäre, blieb mir nichts anderes als Fliegen über. Zuerst verbrachte ich die Zeit mit einem Spaziergang, danach wollte ich im Aufenthaltsraum ein wenig pennen. Das klappte aber nicht, da kurz nach Mitternacht 3 Männer den Aufenthaltsraum stürmten. Es waren Polizisten in Zivilkleidung vom berühmten Bundeskriminalamt. Ich hatte das größte Arschloch von allen erwischt. Reisepass, Leibesvisitation und schließlich wurde noch mein Rucksack zerlegt. Das alles auch noch um dieser Uhrzeit! Danach die gewohnten Fragen, die eben ein Polizist stellen kann “Was machen Sie hier?“, „Wohin fahren Sie?“ „Warum fahren Sie dort hin?“ „Warum fahren Sie nicht anders?“ „Warum haben Sie soviel Gepäck dabei?“ und und und. Auf die Frage „Hatten Sie schon Probleme mit der Polizei?“ (Deutschland gegen England 2001 hatte ich noch nicht vergessen!) antworte ich mit langer Verzögerung: „Ich habe mit der Polizei keine Probleme!“. Wie diese Antwort aufzufassen ist, kann sich jeder selber aussuchen. Nach gut 20 Minuten hin und her verschwanden die 3 vom BKA wieder. So hatte ich wieder Zeit gewonnen, aber auf diese Art von Unterhaltung konnte ich verzichten. Kurz nach 1, 2 und 3 Uhr wurde jeweils nochmals gestürmt. Diesmal wurden die bereits kontrollierten Person in Ruhe gelassen. Um viertel 4 fuhr dann endlich mein Zug. 4 Stunden später war ich am Flughafen. Dort musste auch noch einiges an Zeit vergehen, bis der Flieger nach Wien abhob. Um 11 Uhr kam ich dann endlich in Wien an. Noch am selben Nachmittag musste ich schon wieder in der Arbeit meinen Dienst vollbringen. Zufrieden kann ich auf diese 5 Tage in Deutschland zurück blicken. Unzählige Kilometer mit der Bahn durch die Bundesrepublik zurückgelegt, 5 Spiele gesehen, in Beisein von 186.000 (Schnitt pro Spiel: 37.200!!!) Fans 11 (+1) Tore gesehen und 3 Stadien in meiner Sammlung mehr. Nächstes Jahr wieder! |
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1. Spiel der
Deutschland Tour Dezember 2006
![]() ![]() 1.FC Köln - 1 FC
Kaiserslautern
2-2
Fr. 15.12. Köln, RheinEnergie Stadion 51.000
Fans
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![]() ![]() DSC Arminia Bielefeld - Schalke 04
0-1
Sa. 16.12. Bielefeld, Schüco Arena 26.601 Fans (ausverkauft) |
![]() ![]() RW Essen - MSV Duisburg 1-2
So. 17.12. Essen Georg Melches Stadion 17.000 Fans
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![]() ![]() Borussia Dortmund - Bayer Leverkusen1-2
So.17.12.
Dortmund Westfahlen Stadion, 66.500 Fans
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"Gestern gegen Leverkusen gab's mächtig Alarm. 200 BVB-Ultras stürmten während des Spiels zur Tribüne über der BVB-Bank, schüttelten drohend die Fäuste Richtung Trainer. Erst Polizei und Ordner verhinderten Schlimmeres."
Quelle: http://www.bild.t-online.de/BTO/sport/bundesliga/aktuell/2006/12/18/bvb-marwijk-aus-0/bvb-marwijk-aus.html
![]() ![]() TSV 1860 München - Erzgebierge Aue 4-0
Mo 18.12. München Allianz Arena 24.400 Fans
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