Hauptübersicht

Übersicht Fotos


Slowakei - Tschechien 0-3
Mi, 06.09.2006, Bratislava 28.624
EM Qualifikationsspiel
FUSSBALLFANS SIND
KEINE VERBRECHER


Weil die österreichische Nationalmannschaft schon für die (HEIM-) EM 2008 qualifiziert ist, (anders wäre man dazu nie gekommen!) nahm sie an einem 4-Länderturnier in der Schweiz teil. Aus beruflichen Gründen, musste ich diese Auswärtsfahrt schon länger davor absagen. Als "Ersatz" für das Spiel gegen Venezuela (in Basel/St. Jakob Park), entschied ich mich für den kurzen Weg nach Bratislava.  Dort fand das EM-Qualifikationsspiel Slowakei gg Tschechien statt. Vor ca. 15 Jahren wäre dieses Spiel noch unmöglich gewesen! Wieder mal schaffte ich es, den Anpfiff zu versäumen.

Für 500 SKK (ca. 14 €uro) kam ich dann in der 9. Minute ins Stadion. Gerade rechtzeitig. Denn der Ex-Austrianer Libor Sionko traf in der 10. Minute wunderschön ins Kreuzeck! An Hand der Torjubels, konnte ich erkennen, dass unter den knapp 30.000 Fans, mind. 5.000 aus Tschechien angereist waren. Obwohl die Tschechen einen eigenen Sektor hatten, waren viele Gästefans bei den Slowaken in deren Sektoren. Was natürlich nicht gut gehen konnte. So musste ich eine Schlägerei beobachten. Ein Fan (vermutlich ein Slowake) wurde abgeführt, durfte aber wenige Minuten später wieder auf seinen Platz. Als in der 21. Minute abermals Libor Sionko traf und somit das 0-2 herstellte, gab es erneute Ausschreitungen im Stadion.

Ein jubelnder Fan aus Tschechien wurde als "Störensfried" empfunden und von 4 vermumten Spezialpolizisten unsanft aus dem Sektor entfernt. Trotz seiner Festnahme durch Handschellen (bzw. Kabelbinder!), freute sich lachend der Tscheche über die ausgebaute Führung seiner Mannschaft. Dass passte einen Slowakischen Polizisten überhaupt nicht: Dieser nahm seinen Schlagstöck und rammte diesen den Tschechen  in die rechte Niere. Der Tscheche brach beinahe zusammen. Diese Gelegenheit nutzte ein weiterer STAATSBEAMTE und schlug brutal und voller Kraft von der linken Seiten mit einem Schlagstock auf den Hinterkopf des Tschechen. Durch diese Tat bewegte sich (no na net nana) der Kopf des Tschechens nach rechts vorne. Dort wartete schon die Faust des nächsten Polizisten. Danach brach der Tscheche endgültig zu Boden.  Er wurde noch einige Stufen hinunter gezerrt und getreten. Als die Polizisten glaubten, keiner sehe sie, wurde der Fan weiterhin misshandelt. Einer der Polizisten stellte sich auf den Rücken des Opfers. Von der linken Seite wurde weiterhin mit dem Schlagstock auf das WEHRLOSE Opfer eingeklopft. Von der Rechten kamen Fußtritte gegen die Rippen des Opfers aus Tschechien. Das Opfer lag noch einige Minuten auf den Boden als es danach abgeführt wurde. Wenn die Szenen im Stadion schon so überbrutal waren, möchte ich nicht wissen, was diese slowakischen Verbrecher in Staatsuniform in Abwesenheit der Öffentlichkeit machten.

 
Leider fand das Spiel zu später Stunde statt und wegen der Dunkelheit war es nicht möglich, Fotos ohne Blitz zu machen. Wäre es hell gewesen, hätte ich sicher fotografiert und diese Bilder dann der UEFA bzw. div. Tageszeitungen zukommen lassen. Doch ein Blitz an diesem Abend hätte mich leicht auch zum (Schwerst-) Verbrecher machen können...

Eines ist auch klar: von den über 450 Fußballspielen, die ich gesehen habe, war keine einzige Aktion so brutal wie diese! Trotz dieser schockierenden Szenen, verfolgte ich dann weiter das Spiel.Obwohl das Spiel von den Tschechen schon sehr sehenswert war, hatte ich doch die Lust an Fußball für diesen Abend fast verloren. So bleibt mir nicht viel zum Erzählen über. Die Slowaken konnten nichts fürs Spiel machen und den Tschechen fehlte plötzlich das Glück. Bis auf das Tor in 57. Minute durch Koller. Die Tschechen hatten Grund zum Feiern. Die immer wieder durchs Stadion hallenden "Libor Sionko" Fangesänge, brachten mich schon zum Lachen. Hatte Sionko doch sehr viel für die Wiener Austria vollbracht. Schon in der 80. Minuten traten die ersten Slowaken die "Heimreise" an. Für die Tschechen bedeutete das, Party machen! Nach dem Schlußpfiff feierten dann auch die Spieler mit. Wieder bejubelten die Tschechen den 2-fach Torschützen Libor Sionko zu. Die siegreiche Elf lief durch das ganze Stadion, um sich bei den mitgereisten Fans in allen Sektoren zu bedanken.  Für mich war dann auch Feierabend!